Unsere Route zum Nordkap
Entdecke die geplante Reiseroute für den unvergesslichen Trip zum Nordkap im August. Von der Anreise bis zu den besonderen Erlebnissen – hier findest du Details unserer sechswöchigen Reise durch Norwegen. Wir freuen uns, dass du mit dabei bist. Hab Spaß!

Mo., 03.08.26 Tag 1: Der Startpunkt: Lüneburg
Die Reise beginnt in der historischen Stadt Lüneburg. Genau genommen in Bardowick, um Nala zu wiegen. Für die, die es nicht wissen, Nala ist unser Camper. Also, der erste und wichtiger erster Halt ist die Fahrzeugwaage. Und? Volltreffer! Genau 3,5t!!
Es kann losgehen. Auf in den Norden.
Das nächste Ziel ist Lübeck.
Um 14:00 Uhr sind wir in Lüneburg gestartet und sind nach 2 1/2 Stunden in Heiligenhafen gelandet. Die kühle und salzige Brise an der See genießend, begrüßen wir die See mit einem Fischbrötchen.
Nach 325 km haben wir in der Nähe von Friedrichsberg nahe bei Schleswig um 21:00 Uhr einen Parkplatz zur Übernachtung erreicht. Ganz genau in direkter Nachbarschaft zum Danevirke Museum in Großdannewerk.
Unsre Tour hat uns einen Abstecher auf Fehmarn beschert, eine schöne platte Insel, die drittgrößte Deutschlands.
Mit max. 110 km/h und einer gefühlten Durchschnittsgeschwindigkeit von 60-80km/h war es ein langer Tag. Die Temperatur liegt bei 20 Grad.
Mit Ananas und Wein lassen wir den Abend ausklingen.
Di., 04.08.26 Tag 2: von Schleswig nach Göteborg/Schweden
Für heute ist das 640 km entfernte Göteborg das Ziel. Das Navi zeigt dafür sieben Stunden an.
Wir werden über Odense nach Kopenhagen fahren und über die Oresundbrücke nach Malmo gen Norden nach Göteborg. Eine Herausforderung ist das Oresund Pay, hoffen wir mal, das alles funktioniert mit der Maut-Abbuche, der kleine schmucke Kasten an der Windschutzscheibe gut seinen Dienst tut.
Temperatur 22 Grad, heute Morgen leichter Regen.
Wir denken an alle, die der Bruthitze gerade nicht entrinnen können. 😉😆.
Wir haben es tatsächlich geschafft.
Heute Morgen um 10:00 Uhr los und um 21:00 Uhr in Aröd eingetroffen, ein kleiner Ort mit schönen Häusern mit riesigen Fensterscheiben mit Blick zur See. Wir stehen unweit davon entfernt auf einem Parkplatz 100 m von der See entfernt.
Dh. Wir waren 11 Stunden on tour mit einer Pause in Ängelholm von ca. einer Stunde.
Ich hätte nicht gedacht, dass wir so lange brauchen. Aber es ist so, meistens ist die Höchstgeschwindigkeit auf der schwedischen Autobahn auf 110 km/h begrenzt.
Getankt haben wir auch: momentaner Spritpreis für Diesel bei ca. 1,70€ der Liter.
Die Augen glänzten bei 67 Litern für umgerechnet 117€.
Das kann uns einer in Deutschland momentan nicht nachmachen. Warum gibt es solch einen Preisunterschied? Wir haben es noch nicht durchdrungen.
Es war ein Genuß über die Oresundbrücke zu fahren, leider war es zu dieser Zeit sehr regnerisch, was sich später wieder weiter oben im Norden aufklarte. Hier in Aröd, oberhalb von Göteborg, hatten wir wieder 24 Grad.
Es hat alles geklappt mit dem kleinen Gerät und der Maut. Der Bizz hat beim Durchqueren der Schranke nur gepiept. Jetzt können wir ohne uns weiter den Kopp zu machen, in Norwegen einfach die grüne Strasse nehmen.
Mi., 05.08.26 Tag 3: Aröd nach Oslo
Heute Morgen haben wir mehr getrödelt. Wir haben uns um 10:15 Uhr aufgemacht Richtung Oslo. Oder wie der Norweger*in sagen würde Oschlu 😆
Es hat die ganze Nacht geregnet, Temperatur 20 Grad, wir hatten ein wenig Glück die Sonne kam durch.
Von hier sind es 150 km zur Grenze Norwegens, 265 km bis Oslo.
Auf der Fahrt viel Regen, stark bewölkt, Temperatur 19 Grad. Wir passierten die Uddevallabroen - sehr schön.
Zwischenstopp in Strömstad, Sprit und Wasser tanken, die Gemeinden haben hier freie kostenlose Wasserplätze zum Auftanken. Auch Privatpersonen mit Wasserkanister bedienen sich - und das nicht zu knapp 😉😆.
oh... es gibt Bohnenpfanne.. passt zum Wetter 😃
wir sind noch in Schweden, aber die Grenze naht.
Es kommt doch meistens anders als man plant. Das zeichnet einen guten Plan aus, wenn man ihn wieder über den Haufen wirft.
Wir sind heute den ganzen Tag im Regen gefahren. Es hat gegossen wie aus Kübeln. Je weiter wir an Oslo herankamen desto heftiger wurde der Regen. Ein Blick auf die Wetterkarte raubte uns alle Illusionen an sonnige Fjorde, entspanntes Kajakfahren und eindrucksvolle Wanderungen mit 360 Grad Blick. Stattdessen ein miesgelauntes Wetter, Regen, Nebel und Kälte. Und die Aussichten bis nächste Woche sind leider alles andere als gut. Das hat uns zur Planänderung bewogen. Wieder zurück in Schweden haben wir einen schönen Übernachtungsplatz gefunden. Ein schöner Platz direkt am Wasser.
Jetzt werden wir an der Ostseite Schwedens die Fahrt zum Kap aufnehmen. Zweiter Anlauf 😆
Do., 06.08.26 Tag 4: von Karlskoga nach Hudiksvall
Stopp der Verwahrlosung - nach drei Tagen eine frische Dusche 🚿 im Camper. 😎
Wir haben gestern knapp 500 km in sechs Stunden zurückgelegt, heute setzen wir unsere Fahrt an die Ostküste fort.
Machen wir aus der geplanten Norwegen Tour jetzt eine Schweden Tour?
Wollen wir einfach nur Strecke machen, um das Kap zu erreichen oder planen wir grundsätzlich um, um jetzt Schweden zu genießen?
Gute Fragen... Irgendwie ist es schwierig, alle seine Pläne übern Haufen zu schmeißen, Irgendwie versucht man immer wieder die Möglichkeiten abzuklopfen, um die doch bereits gemachten Pläne umzusetzen.
Wir werden sehen...
Heute waren es am Morgen knapp 19 Grad im Camper. Wir haben zum ersten Mal die Standheizung und den Warmwasserboiler angeschaltet.
Draußen ist es super windig. Aber die Sonne ist da. Eine warme Jacke ist jetzt nötig.
Wir haben eine richtige Entscheidung getroffen- Sonne!!
Das Wetter passt. 👍
Wie findest du unseren Blog bislang?
Ca. 300 km liegen hinter uns.
um 10:15 Uhr losgefahren und mit Pause in Kopparberg um 19:30 Uhr in Hudiksvall angekommen.
Erlaubte Geschwindigkeit auf schwedischen Bundesstrassen ist 80 km/h.
Bis jetzt haben wir im Elchland noch keine Elche gesehen, dafür aber viele gelbe Schilder, die vor Elchen warnen.
Wir sind zufällig in der Hauptstadt des Bergbaus mitten in Mittelschweden gelandet - Kopparberg. Hier wurde, wie der Name andeutet, Kupfer abgebaut.
Wir probierten dort die Waffeln - waren sehr lecker.
Eine kleine Anekdote zu diesem Ort:
Überregionale Bekanntheit erhielt Kopparberg auch durch eine kleine Briefmarke, die hier 1857 abgestempelt wurde. Der Tre-Skilling-Banco-Fehldruck(in Gelb statt in Grün) zählt zu den seltensten und teuersten Briefmarken der Welt. Bei der letzten Auktion in Genf erzielte sie einen Betrag von 2,5 Mio. Schweizer Franken.
Quelle: Wikipedia
An der Tanke 60 km vor Hudiksvall haben wir einen außergewöhnlichen Hund (was meint ihr dazu?) gesehen - oder war es ein Fisch mit Gräten? Nun... wenn Fisch, dann hätte dieser eine geringe anatomische Anomalie. Wir entschieden uns dazu, dass es ein Hund ist 🤣😉
Unser Übernachtungsplatz für heute Nacht direkt am Hafen.
Es ist halb zehn abends. Es wird langsam dämmerig.
Hier in Hudiksvall steht eine Statue von Erik Källström, Fussballspieler in Berlin 1936. Laut Wikipedia bedeutend im Spiel Schweden gegen Japan. Weiß da jemand mehr?
Fr., 07.08.26 Tag 5: Hudiksvall nach Umeå
Guten Morgen,
wir genießen heute Morgen unseren Kaffee auf einer Hafenbank bei sonnigen 25 Grad. Ein perfekter Tag.
Ziel ist heute das 290 km entfernte Umeå mit vier Stunden Fahrtzeit.
Was sollen wir sagen?
Es ist wieder 21:00 Uhr, angekommen am Übernachtungsplatz. Die Fahrtzeit betrug nur vier Stunden und doch ist es wieder so spät geworden. Wir fragen uns ständig, wo sind eigentlich die Stunden geblieben? Hier auf der skandinavischen Halbinsel verfliegt der Tag.
Wo sind wir heute gelandet? Nach einem Umweg sind wir an einem Stellplatz am See in dem Örtchen Holmsund in der Nähe von Umeå. Eine sehr putzige Ortschaft. Ein Bild davon folgt morgen.
Um 21:00 Uhr waren hier 15 Grad, aber sonnig. Das sonnige Wetter bleibt uns erhalten.
Wie war die Fahrt hierher?
Die Fahrt war kurzweilig, die Landschaft sah manchmal aus wie im tiefsten Bayern, dann wieder mit Fels durchzogen wie in Norwegen und kilometerlange flache oder hügelige Waldlandschaften - Kiefer, Birke, Tannen 🌲 Unglaublich viele Seen, Brücken, Rastplätze, auf denen, das ist eine Info für die Camper unter uns, die Toilette entsorgt werden kann. Alles tippi toppi sauber. Ich kann es mir nicht verkneifen, ein Foto davon in den Blog zu stellen. Sogar warmes Wasser zum Händewaschen - einfach genial!!
Kein Regen heute - eine ganz entspannte Fahrt.
Ein Shopping Highlight gab es - Bier. Alkohol ist in Schweden nicht leicht verfügbar. Es gibt vom Staat regulierte Shops, die Systemtolaget. Hier gibt es sämtliche Alkoholika aus aller Welt. Wir wollten schwedisches Bier probieren und ein Glögg für die kalten Tage im hohen Norden. Unsere Auswahl seht ihr unten.
Wir haben jetzt, eingeschlossen die Anfahrt von München nach Lüneburg, insgesamt 3.368 km hinter uns gebracht. Auf der Karte sieht es aus, als ob wir (nur Schweden betrachtet) erst die Hälfte des Weges zum Nordkap geschafft haben.
Es ist 22:45 Uhr und immer noch nicht dunkel 😃
Sa., 08.08.26 Tag 6: von Holmsund nach Luleå
Ein neuer Morgen mit Sonne pur. Lufttemperatur im Schatten 15 Grad, in der Sonne 23 Grad, Wassertemperatur 17 Grad.
Das Wasser hat heute Morgen zum Baden eingeladen, uih... war super... ein paar Minuten habe ich es ausgehalten. Ein perfekter Start in den Tag. Und Claus?
Er hat seinen Arm ins Wasser gehalten, um die Wassertemperatur zu messen, das wars. Als Warmduscher nicht für die Ostsee geeignet. Wir brauchen da mehr Training. Er sagt zwar, er bräuchte wärmeres Wasser, aber das ist gerade aus.
Wir haben hier einen warmen Tag, weiter oben Richtung nächstes Ziel Luleå wird es ungemütlicher. Wir rechnen mit zwei Tagen Regenwetter. Deshalb genießen wir hier noch die warme Sonne und werden erst später heute Nachmittag aufbrechen. Fahrtzeit ca. 3,5 Stunden. Der Polarkreis rückt näher.
Bei unserer Wanderung durch den Ort haben wir ein Café entdeckt und ein echtes schwedisches Frukost genossen.
Kaffee, Espresso, Kardamomteilchen, eine Zucker-Zimt-Schnecke und zwei chokladbollar - sehr süß. 🍰
Wir sind um 19:30 Uhr in der Nähe von Piteå angekommen. Da wir heute bis 14:00 Uhr in Holmsund verweilten, über die Langstrasse 100 km fuhren, wurde es wieder mal ein wenig später.
Warum Landstrasse? Weil es immer viel zu sehen gibt, hier allerdings waren die Straßen kilometerlang - zu sehen gab es Bäume, Bäume, Kiefern, Birken und Bäume über 100 km. Die heißersehnte Autobahn ließ heute lange auf sich warten.
Bis wir einen geeigneten Übernachtungsplatz fanden, verging etwas Zeit. Der letzte Platz von dem wir wieder wegfuhren lag im Wald an einem See und da es zuvor geregnet hatte, waren wir so etwas wie Frischfleisch für die Mosquitos. Also weg... so schnell der Motor anlief... und Nala war ganz tapfer... sie meisterte sämtliche Schlaglöcher und keuchte die Hügel hoch mit ihren 3,5 t auf dem Buckel so ähnlich wie Emma mit Jim Knopf, die die Berge und Tunnel hochkeuchte, um die Prinzessin aus den Fängen von Frau Mahlzahn zu retten.
Wir sind heute zielstrebig durchgefahren, ein kleiner Halt für eine Pepsi war allerdings auch drin, wir wussten wieder mal nicht, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Wir haben es auch heute wieder gut getroffen - der Hypnos' Göttin oder, wir sind ja im Reich der Trolle, den Schlaftrollen sei Dank.
Die putzige Ortschaft in Holmsund. Hier ein paar Impressionen.
So., 09.08.26 Tag 7: von Piteå nach Rovaniemi
Wir sind euch jetzt eine Stunde voraus.
Die große Frage lautet also: Wo sind wir?
Richtig: in Finnland! 🇫🇮
Einmal über die Grenze von Schweden nach Finnland – und zack, schon sind wir eine Stunde älter. So schnell geht das also mit dem Älterwerden!
Auf zum Weihnachtsmann
Warum Finnland? Ganz klar: Wir wollen den Weihnachtsmann besuchen. Angeblich kann man ihn hier das ganze Jahr über treffen. Es gibt ihn also wirklich! Ich hoffe nur, dass er für Claus seine Rute schon griffbereit hat. 🎅😆
Wir sind insgesamt 300 Kilometer gefahren und um 20:00 Uhr finnischer Ortszeit in Rovaniemi angekommen. Von Haparanda an der schwedisch-finnischen Grenze bis hierher waren es noch etwa 100 Kilometer.
Wie war die Fahrt?
Staufrei! 😆
Finnland ist landschaftlich sehr schwedisch unterwegs: jede Menge Bäume und Straßen, die gefühlt kerzengerade bis zum Nordpol führen. Kurven gibt es offenbar nur, wenn es sich wirklich gar nicht mehr vermeiden lässt.
Trotzdem konnten wir einige Unterschiede zwischen Schweden und Finnland feststellen:
• Die finnische Autobahn ist beleuchtet. Vielleicht, damit man auch nachts sieht, wie teuer der Sprit ist.
• Die Dieselpreise sind genauso schockierend wie in Deutschland – eigentlich sogar noch schockierender: 2,28 Euro pro Liter.
• Finnland hat den Euro. Das macht das Bezahlen zwar einfacher, aber leider nicht günstiger.
• Laut Verkehrsbehörde hat der finnische Elch ein detaillierteres Geweih. Der schwedische Elch trägt dagegen eher eine gezackte Krone – vermutlich die rustikale skandinavische Variante.
• Die finnische Bundesstraße wirkt deutlich größer. Das liegt an den breiten Seitenstreifen und daran, dass der Baumbestand erst hinter einem Graben beginnt. Die Finnen bauen also offenbar mit Sicherheitsabstand zum Wald.
• Die Finnen überholen deutlich lieber als die Schweden. Ein genügsamer Schwede fährt einem dagegen auch problemlos kilometerlang hinterher – wahrscheinlich aus Höflichkeit oder innerer Ruhe.
• In Schweden hatten die Geschäfte heute am Sonntag geöffnet. In Finnland leider nicht.
Das sind natürlich alles völlig ungefilterte Eindrücke nach unserem ersten finnischen Abend. Wir sind gespannt, was uns hier noch erwartet - wir sind gespannt auf den Weihnachtsmann!
Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt morgen Regen an, am Dienstag wird es besser und am Mittwoch hat Finnland wieder Sonne. Wir werden den Weihnachtsmann auf Mittwoch verlegen und morgen nutzen wir den Tag, um einen örtlichen Waschsalon anzusteuern. Auch ist ein Besuch in einer finnischen Sauna geplant. Endlich wieder richtig Hitze 🤣!!
Es ist 22:27 Uhr, bei euch 21:27 Uhr und immer noch hell.
Mo., 10.08.26 Tag 8: Rovaniemi
Uns hat eine Beschwerde erreicht, dass gestern kein neuer Input im Blog stand. Nuestra culpa. 😃 Vielen Dank, dass hier so emsig mitgelesen wird. Das freut uns sehr.
Gestern hat es den ganzen Tag über geregnet, deshalb nutzten wir den gestrigen Tag, um ein weiteres Fortschreiten der Verwahrlosung entgegenzuwirken.
Wir haben den Regentag also zum „Waschsalon-Tag“ erklärt – mit Soundkulisse von prasselndem Regen und dem beruhigenden Gluckern der Waschmaschine.
🌧️🧺 Also ab ins MiniMani 😎
Ihr werdet es nicht glauben, bis wir fertig waren, waren wieder drei Stunden rum.
Weil es ja so mieses Wetter war, haben wir ein öffentliches Schwimmbad ausprobiert.
Wie genießen Finninnen und Finnen die Sauna?
Ein paar Eindrücke:
Die Sauna ist ein Anhängsel der Duschen nach den Umkleidekabinen. Das heißt in der Konsequenz, dass Männchen und Weibchen separat saunieren. Leider gibt es keine Ruheliegen, das ist so nicht vorgesehen. So, wie wir das finnische Saunieren aus sämtlichen Fitnessstudios oder Hotels in Deutschland kennen, haben wir gestern so nicht gesehen.
Sauniert wird textilfrei, es wird sich entweder direkt auf das Holz gesetzt oder ein Handtüchlein in Größe eines Waschlappens untergelegt, Badeschlappen waren aus, der Saunameister war im Jahresurlaub somit übernehmen die Finn*innen die Aufgüsse 🤣 einen Aufguss, so wie wir ihn kennen, gab es nicht, die Finn*innen machen es ganz besonders: gefühlt schmeißt jeder, der gerade den Metalleimer hat, im 2-Minuten-Takt 1 bis 3 Kellen Wasser von seiner Sitzbank auf den Ofen.... Es ist also eine Mischung aus Sauna und Dampfbad!
Claus fasste es in seinem Übermut so zusammen: Die Finnen haben es wohl erfunden, die Deutschen perfektioniert. 🤔
Wir werden dies nach Möglichkeit noch weiter verfolgen.
In meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass die Finninnen und Finnen in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus meistens eine eigene Sauna haben und sie mit Freunden und Familie (gemischt - also keine Geschlechtertrennung) der Hitze frönen.
Wir stehen mit Nala in der Nähe der Arktikum-Museums, das wir noch anschauen möchten.
Die Postkarte ist uns im Arktikum-Museum in die Hände gefallen. Genau so... genial die Sauna-Postkarte.
Di., 11.08.26 Tag 9: Rovaniemi
Die Nacht hat es durchgeregnet, momentan haben wir eine Regenpause. Wir sind uns nicht sicher, ob es heute nochmals regnen wird oder ob es sich weiter aufklart.
Nach Wetterbericht soll es gegen Nachmittag ein bisschen besser werden. Die Planung ist, dass wir jetzt erst mal ins Arktikum-Museum gehen und danach wollen wir, wenn das Wetter noch hält zum Nikolaus.
Wenn das Wetter sich nicht halten sollte, werden wir morgen im Sonnenschein den Nikolaus besuchen und danach weiterfahren gen Norden.
Rovaniemi ist das Tor zum Norden und hat eine Geschichte.
Unser vier stündiger Besuch im Arktikum Museum.
Ein paar Bilder davon:
Nice to know:
- Die dickeste Eisschicht auf der arktischen See ist 5m.
- Die kälteste Temperatur, die in der Arktis erreicht wurde, betrug - 71,2 Grad.
- Grönlands Eispanzer ist 3000m dick
- Dickste Permafrostschicht liegt bei 1,5m
Mi., 12.08.26 Tag 10: Santa Claus und die Fahrt zum Garrijarvi See (Norwegen)
Ein perfekter Tag für Santa: Im Schatten 13 Grad, in der Sonne 22 Grad. Sonne pur.
Claus war schon um 7:00 Uhr wach. Die Vorfreude auf Santa? 🤔😆
Der Eingang zu Santa Claus.
Der Gang zu Santa Claus Fotostudio.
Der Schreibtisch von Santa.
Unsere Eindrücke von unserem Besuch bei Santa:
ein eindruckvolles Erlebnis ist mit Sicherheit der Besuch bei Santa selbst. Das war schon aufregend. Santa spricht deutsch, das hat mich ja schon beeindruckt. Meine Frage an eine Elfe, wie viele Sprachen Santa spricht, wurde mit "alle" beantwortet. Santa ist ja auf der ganzen Welt unterwegs ☺️😆 Der Fototermin mit Santa mit samt der Organisation durch die Elfen war auch wirklich nett, weil es im Gegensatz zum restlichen Gelände doch authentischer war.
Das Santa-Gelände erinnert mich an eine Mischung von Tiergehege und Freizeitpark mit unendlich vielen Souvenirshops und Boutiquen, also sehr kommerziell ausgerichtet. Vieles ist über den Sommer geschlossen so auch die Residenz der Weihnachtsfrau, die gerade in den Sommerferien ist. Rentiere anschauen mit ein bisschen Gebäck kostet für eine Person 20€.
Santa hat auch eine Poststation, von der Briefe verschickt werden oder Briefe an Santa selbst hinterlassen werden können.
Unser Fazit ist, dass ein Besuch im Sommer nicht wirklich lohnenswert ist. Im Winter mag das Gelände mit Schnee, Lichter und Weihnachtsmusik im volleren Weihnachtsglanz erstrahlen. Es ist kein Weihnachtsurlaub für einen kleinen Geldbeutel. Je nach Unterkunft kann es sehr luxuriös und teuer werden.
Wir machen uns heute wieder auf den Weg durch Lappland zum 860 km entfernte Nordkap. Die Strasse führt 123 km geradeaus. Die nächste Tankstelle ist in 138 km. Es ist 15:30 Uhr durch. 80 km/h sind erlaubt. Unser nächstes Ziel ist Muonio mitten in Lappland. Temperatur 15 Grad; in der Sonne 22 Grad.
Info für die Camper unter uns: Es gibt einen großen Parkplatz auf dem Santagelände. Leider sind Mülleimer knapp. Gegenüber des Santageländes ist eine Tankstelle. Dort wird Schwarzwasser zusammen mit Grauwasser in den Gulli geleert. Wasser kostet 4€. Man braucht ein Adapterstück für den Wasserschlauch und ein Wasserfilter wird empfohlen. Der dortige Wasserschlauch ist leider zu kurz.
Die Übernachtung auf dem Gelände ist okay und kostenlos. Der Flughafen ist in der Nähe, aber es gingen keine Flieger in der Nacht. Allerdings Düsenjets (militärische Kampfjets?) während des Tages - ganz schön laut.
Oh mannnn... genau ... so stellt man sich die Straßen gen Norden vor!! 😬 wir fahren 20 km/h für die nächsten 10km. Wir fahren die 934 am Ounasjoki-Fluss entlang.
Wir haben uns gefragt, was der Unterschied zwischen einem Elch ist und einem Rentier. Hier die Antwort:
Elche sind riesige, schwer wiegende Einzelgänger mit breiten Schaufelgeweihen. Rentiere sind viel kleiner, leben in großen Herden und besitzen verzweigte Stangengeweihe, die auch die Weibchen tragen. Beide gehören zwar zur Familie der Hirsche, unterscheiden sich aber stark in Aussehen und Lebensweise.
Größe und Gewicht
- Elch: Bis zu 2,40 Meter groß und bis zu 800 Kilogramm schwer. Sie sind die größte aller Hirscharten.
Das Geweih
- Elch: Nur die Männchen tragen ein Geweih, das meist wie eine breite Schaufel geformt ist.
- Rentier: Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen ein Geweih. Es ist astig und sieht aus wie lange Stangen. [1, 2, 3]
Lebensweise und Verhalten
- Elch: Leben meist als Einzelgänger in Wäldern und Sümpfen.
- Rentier: Leben in großen Herden im kalten Norden (Tundra und Gebirge) und sind oft an den Menschen gewöhnt (Haustiere). [1, 2, 3, 4, 5]
À propos: wir sind jetzt mitten im Elch- und Rentierland!😍😍
Bitte zuordnen: Rentier oder Elch?
Rentier oder Elch?
Nach 4,5 Stunden Fahrt sah die Strasse so aus:
Bei Ankunft so.. 😃
Finnland, Norwegen und die Kunst des Überlebens 🚐❄️🦟
Heute haben wir es wieder geschafft: 370 Kilometer in sechs Stunden – das klingt nach Entspannung, war aber eher ein Mix aus Rallye und Survival-Training.
Die gefühlte Durchschnittsgeschwindigkeit lag zwischen 70 und 90 km/h, was bei 3,5 Tonnen Van-Gewicht und dieser finnischen Straße absolut sportlich war. Wellen, Löcher, Unebenheiten – diese Straße hatte alles, sie war nur nicht „eben“.
Die ersten 20 Kilometer (oder waren es doch mehr? Die Zeit verliert man auf Schotter schnell) erinnerten stark an die legendäre Route 66 – nur mit weniger Cadillacs.
Aber wir haben es bis nach Norwegen geschafft! 🇳🇴 Und dort, mitten in der Prärie, fanden wir den perfekten Platz zum Übernachten. Romantisch? Naja. Eher Frischfleisch für Mosquitos.
Den Van zu verlassen ist aktuell kein Spaß – es sei denn, man ist eingemummelt wie für eine Expedition in die Arktis. Mütze, Handschuhe, dicke Jacke – bei 7 Grad ist das kein Fashion-Statement, sondern pure Notwendigkeit. Die Moskitos umkreisen uns und jeder Schritt nach draußen fühlt sich an wie eine Mutprobe.
Aber genau das macht es doch aus: Wir sind hier, wir sind unterwegs, und wir sammeln Geschichten, die man später nur mit einem Schmunzeln (und vielleicht etwas Wehmut) erzählen wird. Morgen geht’s weiter – hoffentlich mit weniger Löchern im Asphalt 🚐 .
Es ist 23:00 Uhr, 7 Grad, und noch nicht dunkel.
Do., 13.08.26 Tag 11: Vom Garrijarvi See nach Alta und darüberhinaus
Es scheint die Sonne, das Thermometer zeigt je nach Windlage 22 bis 29 Grad in der Sonne an. Es ist herrlich. Die Wascheinheit wurde nach draußen verlegt und wir genießen gerade unseren Kaffee in der Sonne. Die Mückenspirale gibt ihr Bestes und Claus hat sich vorsorglich mit Anti-Mücke besprüht.
Unsere geplante Tour für heute. Wir wollen uns auf jeden Fall die 160km entfernte Stadt Alta anschauen. Wie weit wir heute noch hoch kommen hängt davon ab, was wir heute zeitlich schaffen im entspannten Modus.
Es geht weiter.
Wir sind um 21:15 Uhr an unserem Standplatz angekommen, nachdem wir uns heute Nachmittag die Stadt Alta angeschaut haben und um ca. 16:00 Uhr weiter gen Norden aufgebrochen sind. Insgesamt haben wir heute 310 km zurückgelegt - 160 km vom Garrijarvi See bis Alta und 150 km von Alta bis Sarnes.
Auf unserem Weg haben wir eine Landschaft passiert mit unglaublich vielen Seen und durchzogen von Flüssen - wunderschön - nach der Stadt Alta, die direkt am Altafjord liegt, durchfuhren wir eine Hochebene mit eher karger Landschaft, wir passierten die Küstenstrasse am Porsangerfjord entlang- eine Küstenstrasse, die wir als eine der schönsten Strecken auf unserer bisherigen Reise empfunden haben, wir durchfuhren den sieben Kilometer langen Nordkapptunnelen vom Festland zur Insel Magerøya 40 km vor dem Nordkap.
Obwohl die Natur hier eher einen kargen Eindruck macht ist sie unglaublich schön.
Temperatur 8 Grad, das Wetter hält sich erstaunlich gut. Es hat zuvor geregnet, die Strassen waren noch nass. Aber toi toi toi bis morgen Abend soll sich das Wetter hier gut halten. Die Wettergöttin meint es gut mit uns.
Es ist 23:33 Uhr, die Fjorde liegen im Nebel, es ist noch nicht komplett dunkel.
Die Wettervorhersage fürs Nordkap für morgen.
Fr., 14.08.26 Tag 12: Nordkap 🥰
WIR SIND DA!!!
Nach zwölf Tagen Reise sind wir am Nordkap angekommen.
Um 5:40 Uhr ging es heute Morgen bei 8 Grad los zum 40 km entfernten Nordkap. Vorher noch eine Dusche im Freien und einen Kaffee und dann los....
Um 6:30 Uhr sind wir hier angekommen. Wir stehen 305 m übern Meeresspiegel. Die Sonne kam stellenweise durch, aber der Nebel hält sich noch hartnäckig. Jetzt warten wir bei Wind und Nebel auf Sonne, die um 10:00 Uhr gemeldet ist. Heute Nachmittag wird es sich wieder zuziehen mit Regen. 95% Luftfeuchtigkeit.
Wir haben so ein Glück mit dem Wetter!!!
Wir sind jetzt von München bis zum Nordkap 4.764 km gefahren. 😎😆🚐
Was für eine Strecke!!
Wir haben so Glück gehabt mit dem Wetter am Kap. Um halb sieben in der Früh war es super neblig. Wir haben uns heute Morgen nochmals aufs Ohr gelegt, die Sicht war schlecht. Um 9:00 Uhr kam immer mal wieder die Sonne durch. Fantastisch ☀️ und doch innerhalb von Sekunden wieder grau und nebelig. Sehr spannend!!
Temperatur heute Morgen 8 Grad, gefühlt am Kap -8 Grad. Der Wind war sehr kalt.
Als wir heute Nachmittag in Honningsvåg im Nordkap-Museum waren, haben wir mitbekommen, dass am Wochenende ein Wikingerfestival hier auf der Insel stattfindet, also haben wir entschieden, dass wir noch eine Nacht hier bleiben. Unser Übernachtungsstandort ist also der Ort, indem das Wikingerfestival morgen stattfindet - Gjesvær. Ein ganz putziger Ort, sehr klein. Das Festivalgelände besteht aus drei Lavvo/Lavvu (samisch), Grillplatz und Sitzgelegenheiten. Bin ja gespannt auf morgen.
Ein Lavvo ist ein samisches Zelt, das stark an ein Tipi erinnert, allerdings stabiler, da es den starken Winden trotzen muss und es beinhaltet einen Rauchabzug. Es gibt sie auch in Schweden, Finnland und Rußland.
Heute Nachmittag im Nordkap-Museum in Honningsvåg haben wir die Geschichte der Magerøya kennengelernt. Leider hat Deutschland hier eine traurige Geschichte geschrieben. Sehr spannend und informativ wurde hier die Errichtung des Atlantik-Walls von Seiten der Deutschen im zweiten Weltkriege beschrieben.
Was bedeutet dieses Monument am Nordkap?
Es ist ein Friedensdenkmal. Meine Recherche wie folgt:
Quelle KI
Das Monument „Children of the World“ (Kinder der Welt) am Nordkap ist ein Friedensdenkmal aus dem Jahr 1988. Es wurde von sieben Kindern aus sieben verschiedenen Ländern und Kontinenten (Tansania, Brasilien, Japan, Thailand, Italien, der damaligen Sowjetunion und den USA) gemeinsam gestaltet.
Entstehung und Aufbau
- Die Idee: Im Juni 1988 lud der norwegische Journalist Simon Flem Devold die Kinder an das Nordkap ein, um dort eine Woche lang zu arbeiten.
- Die Reliefs: Unter Anleitung der Künstlerin Eva Rybakken schufen die Kinder sieben kreisrunde Bronzereliefs, die ihre Vorstellungen von Leben und Miteinander zeigen.
- Die Skulptur: Ergänzt werden die Scheiben im Halbkreis durch eine dazugehörige Skulpturengruppe einer Mutter mit Kind.
Bedeutung
- Einheit und Frieden: Das Werk gilt als weltweites Symbol für Freundschaft, Hoffnung, Freude und die Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg.
- Gemeinsame Stimme: Es soll verdeutlichen, dass Kinder unabhängig von Herkunft und Kultur eine gemeinsame Zukunft teilen und Völkerverständigung möglich ist.
Unser Standplatz in Gjesvær ( westlich vom Nordkap)
Sa., 15.08.26 Tag 13: Gjesvær nach Hammerfest
Die Temperatur heute Morgen? Natürlich in der Sonne – weil wir ja optimistisch sind. Leider hat die Sonne das als einmaliges Gastspiel deklariert. Sobald sie sich hinter Wolken versteckt, fühlt es sich an, als hätte jemand den „Arktis-Modus“ aktiviert. 🥶 Kurz gesagt: Jacke aus und Jacke an.
Wikingerfestival: Zu früh für Axt und Honigbier
Das Wikingerfestival zeigte sich heute Morgen noch äußerst zurückhaltend. Also: Plan B! Wir erkundeten die Westseite der Ortschaft.
Gestern Abend hatten wir bereits die Ostseite unsicher gemacht – und sind dabei prompt in eine geschlossene Gesellschaft geplatzt. Doch statt uns als unerwünscht zu behandeln, stellte sich heraus: Der Bruder der Hausherrin fand Smalltalk mit uns offenbar spannender als das eigene Fest. Bei kostenlosem Kaffee (danke, norwegische Gastfreundschaft!) diskutierten wir über Beruf, Offshore-Windparks, Gasversorgung und die norwegischen Steuern – ein Thema, das selbst Wikinger zum Seufzen gebracht hätte. ☕🏠
Tante-Emma-Laden: Das wahre Wikinger-Frühstück
Während unseres Ostseiten-Spaziergangs entdeckten wir einen Tante-Emma-Laden der besonderen Sorte: Neben dem Verkaufsraum ein gemütliches Wohnzimmer-Café mit Waffeln, Kaffee und Kakao. Bei Bärenhunger war das nicht nur ein Frühstück – das war eine kulinarische Rettungstat. 🧇☕
Weiter geht’s: Auf nach Hammerfest (und wieder zurück)
Da das Festival wohl erst abends so richtig loslegt, haben wir uns entschieden, weiterzureisen – Richtung Hammerfest. Die ca. 170 km lange Route führte uns entlang des Porsangerfjords gen Süden, dann über den Repparfjorden, durch Kvalsund und über die Kvalsunderbrücke. Außentemperatur: 14 Grad. Also: Jacke wieder an. 🧥
In Hammerfest suchten wir uns einen Stellplatz auf einem Berg mit Traumausblick auf die Stadt. Eigentlich perfekt – bis wir merkten: Die Einheimischen hatten denselben Plan. Laufende Motoren, anrückende Jugendliche und plötzlich war aus unserer Idylle ein beliebter Treffpunkt geworden.
Kurzentschlossen: Flucht zurück nach Kvalsund! Dort stehen wir jetzt auf einem großzügig angelegten Parkplatz direkt bei der Kirche. Ruhig und friedlich. ⛪🚐
Die Kvalsundbrücke
Sonnenuntergang in Hammerfest
Gasproduktion
Am Abend kam der Nebel.
Fischzucht in Norwegen
Nala völlig akzeptiert ☺️🦌
So., 16.08.26 Tag 14: von Kvalsund nach Tromsø
Heute Nacht hat es Dauer geregnet. Jetzt ist es eher naßkalt. Der Nebel hängt zwischen den Hügeln, vielleicht auch Berge. Ich frage mich gerade, was es ist? Hügel oder Berg? Es ist wahrscheinlich beides. Ich meine alles, zwischen den Fjorden. 😆😎
Der heutige Tag regentechnisch akzeptabel, deshalb planen wir die Fahrt ins 500 km entfernte Tromsø d.h. wenn wir keine Fähre nehmen. Wir werden es uns aber einfacher machen und auf die Fähren fahren.
1. in Olderdalen bis Lyngseidet (Insel Lyngsfjellen). Auf diesem Inselabschnitt fahren wir von Lyngseidet nach Svensby.
2. in Svensby auf die Fähre nach Breivikeidet auf den nächsten Inselabschnitt. Dann wieder Fahrt nach Tromsdalen.
Das Fährenhopping ⛴️ verkürzt die Strecke um 100 km. Die Navigation plant mit knapp sieben Stunden Fahrtzeit.
Wir sind mutig und fahren, auch wenn wieder never ending Regen für morgen in Tromsø gemeldet ist, dennoch an die Atlantikküste. Wir wollten ja unser Saunaprojekt nochmals aufgreifen.
Temperatur gerade 12,4 Grad.
Ein paar Eindrücke unserer heutigen Fahrt. ☺️
Mo., 17.08.26 Tag 15: Tromsø
Was für ein Verkehrsstresstag für mich, Claus war super relaxed. Woher nimmt er nur diese Gelassenheit? Aber grundsätzlich bin ich so und so eine mega unentspannte Beifahrerin. So ungefähr könnte meine Story von heute sein:
Sie sitzt auf dem Beifahrersitz – äußerlich ruhig, innerlich bereits Verkehrspolizistin, Fahrlehrerin und Verkehrsministerin.
Der erste Fahrer nimmt die Vorfahrt:
„Ach, interessant. Vorfahrt offenbar nur ein unverbindlicher Vorschlag.“
Dann überholt jemand waghalsig:
„Sehr schön. Ein Überholmanöver mit dem Schwierigkeitsgrad: Bitte einmal Führerschein und Schutzengel bereithalten.“
Und natürlich blinkt niemand:
„Der Blinker ist heute wohl reine Deko.“
Mit jeder Kreuzung steigt der Blutdruck, mit jedem fehlenden Blinker sinkt das Vertrauen in die norwegische Verkehrssicherheit. Während der Fahrer entspannt weiterfährt, klammert sie sich am Türgriff fest und kommentiert das Verkehrsgeschehen fachkundig:
„ACHTUNG: Bremsen! BREMSEN! … knapp überlebt!"
Nach einer Weile ist sie das menschliche Navigationssystem für Gefahren:
„Achtung, vor uns ein Auto!"
Tromsø ist wirklich eine sehr nette Stadt, sehr putzig die alten Holzhäuser im Centrum, die Parkplatzsituation ist allerdings eine Katastrophe. Sehr wenig Parkplätze schon für PKWs, für größere Fahrzeuge die Megakatastrophe - es gibt allerdings eine Alternative am Hafen. Parkplätze für 15€ für vier Stunden.
Wir haben heute unser Saunaprojekt wieder aufgegriffen. Am Hafen zwischen vielen anderen Booten liegt die Sauna direkt im Wasser. Die Saunakultur der Norweger*innen ähnelt die der Finnen*innen. Allerdings wird kein Wasser vom Sitzen aus auf den Ofen geworfen, die Norweger*innen stehen direkt am Ofen und ... nicht nackt - oh nein.... hübsch in Badehose und Badeanzug gepackt. Auch hier ist das Saunieren eher eine feucht/nasse Angelegenheit und auch hier hatten wir die größten Handtücher.
Das Fjordbaden bei einer Wassertemperatur von 10 Grad und die Aussicht auf die Eismeerkathedrale waren das ganz Besondere an diesem Nachmittag.
Die Eismeerkathedrale
Wir sind mal gespannt auf eure Einschätzung!!
Wir haben im Vinmonopolet (staatlicher Monopolverkauf von Alkohol) eingekauft und einen gewissen Betrag x für 10 alkoholische Produkte bezahlt (siehe Bild).
Wie hoch war nach eurer Einschätzung unser Betrag, den wir bezahlt haben (umgerechnet in €)?
Wir geben euch fünf Beträge zur Auswahl, die einer Sternreihe zugeordnet sind.
32€ = erste Sternreihe
56€ = zweite Sternreihe
105€ = dritte Sternreihe
88€= vierte Sternreihe
120€ = fünfte Sternreihe
so... was ist nun eure Einschätzung? 😆😎
Di., 18.08.26 Tag 16: Tromsø
Wir machen noch einen Tag Fahrtpause, um Tromsø noch besser kennenzulernen.
Was steht für heute auf dem Programm?
Ersteinmal überquerten wir die Tromsøbrua mit einer Höhe von 36m und einer Strecke von einem Kilometer, die allerdings (ausgenommen Radfahrer*innen und Fußgänger*innen) gerade für den allgemeinen Verkehr geschlossen ist. Sie ist eine berühmte Auslegerbrücke, die 1960 eröffnet wurde mit Blick auf die Eismeerkathedrale und dem Monument "Die Tür zum Eismeer" von Marit Bockelie. Die Stadt Tromsø wird wegen seiner geographischen Lage oft als das "Tor zum Eismeer" oder "das Tor zur Arktis" bezeichnet.
Aktuell wird der Verkehr von Tromsdalen zur Insel Tromsø durch zwei Tunnel geleitet, von dem einer einen Kreisverkehr hat. Einen Tunnel mit Kreisverkehr? 😆 Einzigartig! Ab Novemer 26 soll die Brücke wieder geöffnet werden für den allgemeinen Verkehr.
Es war gefühlt richtig kalt heute. Temperatur 10 Grad, regnerisch, grau in grau. Naß, kalt, Wetter wie bei uns Ende Oktober, ausgekühlt und gefröstelt, deshalb haben wir zwei Museen angesteuert. Zuerst das Polarmuseum mit Informationen über den Norweger Roald Amundsen als erster Mann, der 1926 den Nordpol mit der Norge überflog. 1911 erreichte er bereits die Antarktis. Viele Informationen über den Fang von Robben und Walrossen und dem Überlebenskampf derjenigen, die aufgrund der Robbenjagd in der Arktis überwinderten.
Das Trollmuseum als zweites. Er gibt sehr viele Trolle in Norwegen - Wasser- und Bergtrolle, Wald- und Fjordtrolle und Huldra mit ihrer Lure. Trolle sind Bösewichte mit Ursprung in der nordischen Mytologie und eingebettet im skandinavischen Volksglauben. Wenn Trolle die Sonne sehen, werden sie zu Stein, und wenn man genau auf die Steine und Berge schaut in Norwegen, kann man sie erkennen.
Nach unserer Sightseeing-Tour haben wir uns kurzfristig entschlossen weiterzufahren. Kurzer Hand sind wir zum gepackten Camper zurück und sind weiter auf die Insel Senja gefahren. Wir verließen Tromsø Richtung Kvaløya bis nach Brensholmen. Wir hatten Glück und erwischten um 20:45 Uhr die letzte Fähre zur Insel Senja. Wir fuhren ca. eine Stunde zur Fähre, die selbst nochmals 45 min. dauerte bis sie die Insel Senja erreichte.
Überall in den Fjorden Norwegens stößt man auf Fischzuchtbecken. Die gesamte Zucht von norwegischen Lachsen verschmutzt das Meer wie 22 Mio. Menschen. Quelle: t- online. 1,6 Mio. Tonnen Zuchtlachs pro Jahr. Die Lachszucht wird sehr kritisch gesehen. 90% des Lachsangebotes in unseren Supermärkten stammen aus Norwegen. In vielen Fjorden, die wir bislang passiert haben, befanden sich eine Lachszucht aus min. 6-7 Becken.
Ein paar Impressionen von unserer Fahrt:
Um 21:50 Uhr sind wir an unserem neuen Übernachtungsplatz angekommen. Die Lichtverhältnisse verändern sich. Um 23:00 Ihr war es richtig dunkel - nun, es ist ja schon Mitte August. Die Aussicht ist traumhaft. Und, wenn man genau hinschaut, erkannt man im Fjord eine Fischzucht wie fast in jedem Fjord.
Temperatur 10 Grad.
Mi., 19.08.26 Tag 17: Insel Senja
Wir sind heute morgen bei purem Sonnenschein aufgewacht - endlich wieder! Nach vier Tagen gefühlten miesen Oktoberwetter😬. In der Sonne sind es 19 Grad.
Unser erster Besuch gilt der kleinen Insel Husøy. Hier oben in der Nähe eines Mini-Leuchtturms sitzen wir hier - in der Sonne mittags bei 30 Grad und es ist wunderschön. Es ist traumhaft!! ☺️🥰
Die Sonne bescherte uns heute einen super Tag, der kurze Hose und T-shirt zulässt für eine Wanderung auf einen Berg. Ausgangspunkt ist Fjortgård. Von hier aus kann man verschiedene Aussichtspunkte anwandern, um eine Sicht auf den Berg Hesten oder auf den Berg Selga zu bekommen.
Die Wanderung dauerte für 5,2 km drei Stunden, zwei Stunden für den Aufstieg und eine zum Absteigen.
Man erreichte eine Höhe von 370 Metern. Also, wir haben ganz schon gepustet. Claus hat kläglich aufgegeben und ist zurück zum Basislager zum Kaffeekochen. Er legt Wert darauf, dass ich hier erwähne, dass er 170 Höhenmeter geschafft hat. Wir sagen BRAVO und vergessen das Gemaule für eine Strecke von 170 Höhenmeter. 😉😆 Der Aufstieg hat sich dennoch absolut gelohnt. Und... ich habe bei Ankunft einen Stuhl, einen frischen Kaffee und lecker Essen bekommen. 😆 Temperatur am Nachmittag 24 Grad in der Sonne.
Blick auf Fjordgård
Der Tag mahnt nach einem gebürtigen Abschluss. Der Ersfjordstranda war dazu perfekt. Sandstrand, beheizte öffentliche Toilette, Grillmöglichkeit und einen schönen Sonnenuntergang.
Das Grillen hat so seine Tücken. Grillkohle bringt hier eigentlich nicht wirklich viel. Die Hitze reicht aufgrund des kalten Windes nicht aus die Steaks auf Temperatur zu bringen und Holz hatten wir nicht. Also wurde das Rost ganz auf die Kohle gelegt - und? Die Steaks waren fantastisch, sie brauchten vielleicht ein bisschen länger, dennoch ... sie waren lecker.
Do., 20.08.26 Tag 18: Strandtag und Fahrt nach Andenes
Die Auflösung
Wie viel € haben wir für die 10 alkoholischen Getränke bezahlt?
88 €
🥹😖🥺😳🫢😵💫
Gemütlich aufgestanden, der erste Kaffee ist getrunken. Wir werden heute einen Strandtag einlegen am Ersfjordstranda. Claus ist sich noch nicht sicher, im Rückspiegel ziehen dunkle Wolken auf. Die Temperatur aktuell um 10:00 Uhr morgens knapp 17 Grad. Wir hoffen, dass der Sonnen-Wetterfrosch noch ein paar Stufen nach oben klettert.
Der Wetterfrosch hat uns heute nicht im Stich gelassen.
Um 14:00 Uhr kam tatsächlich die Sonne wieder hervor und zeigte sich mit 41,9 Grad (in der Sonne) von der besten Seite.
Badehose an und rein ins 10 Grad kalte Arktismeer.
Der Ersfjordstranda ist gut ausgestattet mit niegelneuen Toiletten und Außendusche. Seife darf nicht verwendet werden. Warmes Wasser und beheizt. Der Strand hat ganz feinen Sand. Allerdings eine eigenartige Parkbestimmung. Man zahlt von 6:00 - 24:00 Uhr. Es ist allerdings nicht klar, ob man mit dem Camper über Nacht stehen darf oder nicht. Wir hatten es gestern vorgezogen, uns einen anderen sicheren Übernachtungsplatz zu suchen. Auch, wenn wir hätten dort stehenbleiben dürfen, wer hätte Lust, um 6:00 Uhr aufzustehen, um einen Parkschein zu lösen?
Um 16:00 Uhr haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Unser Ziel - die Fähre nach Andenes zu bekommen. Vom Ersfjordstranda bis Gryllefjord (Fährehafen) sind es 47 km mit einer Stunde Fahrtzeit. Jetzt sitzen wir hier im Hafengebiet von Gryllefjord und warten noch eine Stunde, damit wir auf die Fähre dürfen. Die Fährestrecke Gryllefjord-Andenes - wir wissen gar nicht, wie lange wir unterwegs sein werden. Ich rechne mal mit vier Stunden.
Und jetzt sehen wir erst, dass wir an einer Wasserstelle vorbeigefahren sind. Wir bräuchten mal wieder dringend Frischwasser. Das ist öfters mal so in Norwegen, dass Toiletten oder Frischwasserquellen nicht unbedingt einsichtig sind.
Die Überfahrt von Senja nach Andenes war kein Vergnügen – also für mich nicht, mir war richtig schlecht. Claus war wohlauf. Er fand den Seegang als angenehm. Angenehm? Der Seegang hat mich komplett schachmatt gesetzt. Immerhin war es „nur“ 1 Stunde 40 Minuten lang.
In Andenes angekommen, war mein erster Gedanke: „Nebel des Grauens - the fog“ - Nebelwände, Wind, kalt – Nordsee im November. Ein echtes Kontrastprogramm: Von Sonne direkt in kühle, stürmische Gefilde.
Zweiter Gedanke: "wohin kann ich fahren, um diesen Nebelgrauen zu entkommen?"
Fr., 21.08.26 Tag 19: weg von der Atlantikküste zu den Lofoten
Guten Morgen Nebel und Wind,
es sind gefühlt 4 Grad, draußen windet es noch immer, der Nebel hängt noch immer über dem Meer oder gleitet die Berge hinunter. Temperatur 11 Grad. Es ist überhaupt nicht angenehm. Wir werden uns heute morgen im Frischwasser und Entsorgung kümmern und dann ab weg von der Atlantikküste.
Warum entsteht in Andenes so extremer Nebel?
Direkt vor der Küste von Andenes bricht der Kontinentalschelf steil in den tiefen Bleik-Canyon ab. Während der warme Golfstrom an der Oberfläche vorbeizieht, strömt aus der Tiefsee eiskaltes Wasser nach oben. Wenn der Wind warme, feuchte Luft über diese abrupt wechselnden Wassertemperaturen treibt, kühlt die Luft sofort ab, kondensiert und bildet dichten Seenebel.
Andenes ragt wie eine ungeschützte Nase weit in den offenen Ozean hinein. Der Wind kann dort ungehindert feuchte Meeresluft aus verschiedenen Richtungen über das Land drücken. Da der Ort fast vollständig von Wasser umgeben ist, ist die Luftfeuchtigkeit ohnehin permanent sehr hoch.
Die Insel Andøya besitzt im Landesinneren markante Bergketten. Wenn feuchte Seeluft vom Wind gegen diese Hänge gedrückt wird, wird sie zum Aufsteigen gezwungen (orografischer Nebel). Beim Aufsteigen kühlt sich die Luft ab, und es bilden sich dichte Nebelkappen oder tiefe Wolken, die oft tagelang über Andenes hängen bleiben.
Quelle: esmark.de
So könnte es hier auch aussehen - tut es aber gerade nicht.
Wir sind heute dem Nebel und den kalten Temperaturen entflohen. Wir haben die Insel Andøya Richtung Süden verlassen und sind über die Insel Hinnøya auf einer interessanten Brücke nach Sortland auf die Insel Langøya gefahren. Von dort wieder über eine Brücke auf die Insel Hadseløya nach Melbu. Von Melbu mit der Fähre nach Fiskebøl auf dem Inselabschnitt Austvågøya. Die Straße führte uns zuerst zum Rørvik Beach (sehr schöner Sandstrand) und danach nach Henningsvær - ein nettes schnuckeliges Fischerdorf mit ca. 520 Einwohnern, das wegen seinem aussergewöhnlichen Fußballfeld bekannt ist, da das Feld auf einer kleinen Felsinsel direkt am Atlantischen Ozean liegt.
Die Überfahrt dauerte mit der Fähre 30min. Im Gesamten haben wir heute eine Strecke von 207 km geschrubbt und mit Fähre sieben Stunden gebraucht. Temperatur 17 Grad, leider auch noch ungemütlich, bewölkt und regnerisch. Aktuell 14 Grad.
Wir haben mit etwas Glück einen gebürenfreien Stellplatz gefunden. Die sind auf den Lofoten sehr rar. Ein Stellplatz kostet 550 NOK ohne jeglichen Service.
Wir hatten ja schon erwähnt, dass der Verkehr hier genauso rau ist wie die Natur – aber dass wir heute als Fußgänger beinahe von einem Bus weggefegt worden wären, verlieh unserem Eindruck eine ganz neue, ausgesprochen hautnahe Dimension.
Wie geht es weiter? Ihr könnt uns glauben, dass wir unzählige Male über der Wetterapp hängen - fast stündlich!! Das Wetter ist unberechenbar und auch nach norwegischem Ermessen wirklich übel.
Wir werden uns wahrscheinlich wieder Richtung Schweden orientieren. In Mittelschweden und an der Ostseeküste sieht es verhältnismäßig gut aus.
Sa., 22.08.26 Tag 20: ab nach Kiruna (Schweden)
Wir haben uns für heute eine lange Strecke vorgenommen. Unser nächstes Ziel ist Kiruna in Nordschweden 390 km entfernt. Wir haben unsere möglichen Optionen, wie unsere Reise jetzt weitergehen kann, immer wieder wie Jonglierbälle in die Runde geworfen. Möglichkeit 1: wir bleiben noch auf den Lofoten und fahren noch bis zum äußersten Zipfel des Luchsschwanzes. Möglichkeit 2: wir verlassen die Lofoten und fahren in Norwegen weiter bis wir unterhalb des Polarkreises nach Schweden abbiegen. Möglichkeit 3: wir verlassen Norwegen auf den Weg nach Schweden oberhalb des Polarkreises. Jede Möglichkeit hat ihre schöne Seite. Alle Optionen wägten wir ständig ab. Unser Hauptkriterium war ganz klar die Wetter- und Temperaturprognose. Die Wetterprognose für Norwegen spricht leider gegen einen längeren Aufenthalt hier. Auch müssen wir aufrichtigerweise sagen, dass, auch wenn die Lofoten als schönes Reiseziel angepriesen werden, was sie auch bestimmt sind, ist diese Region nicht unbedingt camperfreundlich. Keine im vernünftigen preislichen Rahmen angebotene Stellplätze, alle Standplätze viel zu überteuert und ohne jeglichen Service, öffentliche Toiletten Mangelware und es ist ein Gebiet des Übertourismus.
In Richtung Narvik, also näher zur schwedischen Grenze, registrieren wir wieder mehr Toilettenhäuschen und Gaststätten, in denen wir für einen Espresso, eine halbe Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zusammen 18€ gezahlt haben; dafür mit einem königlichen Ausblick auf die König Olav Brücke. Die Landschaft hier wirkt (lässt man das Wasser weg) wie im bayrischen Voralpenland. Betrachten wir jetzt unsere Erfahrungen in Norwegen mit denen in Schweden, können wir sagen, Norwegen wirkt territorialer und hat im Vergleich zu Schweden weniger Platz gerade in Fjordgebieten. Es erlaubt fast kein Entkommen der Strasse, viele Gebiete sind privat dh. man muss Parkgebühren an den Besitzer*in bezahlen. Schweden ist langläufiger, es bietet mehr Raum und Platz und zudem ist es preisgünstiger.
Ein paar kleine Stories zum Thema Camperunfreundlichkeit: Auf der Insel Senja wurde mir während des Fahrens von einer entgegenkommenden Fahrerin der Stinkefinger gezeigt. Auf der Insel Andøya wurden wir parkend auf einer Ausbuchtung in der Nacht öfters von vorbeifahrenden Autofahrern angehupt.
Wir freuen uns auf Schweden.
Ein letzter Blick auf den Herjangsfjorden
Motiviert vom schlechten Wetter wollte ich kurzerhand ein Hotel mit Sauna buchen. Daraus ist eine Wilderness-Suite geworden, was sich sehr vielversprechend anhörte. ☺️ Es hatte allerdings eher den Charme einer Holzfällerhütte, aber mit eigener Holzofensauna - also selber zum Schüren. Die war zwar sehr beengt, aber es war eine Sauna. Wir waren also mitten im Arktik-Camp, mitten in der für stadtverwöhnte Menschen gefühlten Wildnis, mitten in Flora und Fauna. Die charmante Holzfällerhütte zeigte sich Claus von ihrer besten Seite - eine Spinne hatte sein Bett als Premium-Suite gebucht. 🤣🤣 Ich fand es super lustig, gerade in Claus sein Bett - Claus mit seiner Spinnenphobie 🕷️- ich nenne das mal Konfrontationstherapie in vivo 🤣🤣😆😆.
Das Waldgelände hatte mehrere Fasssaunen, einen Zugang zum eiskalten Kallojärvi-See und Grillkotas.
Wir haben also eine Sauna angeheizt und erreichten mit kräftigen Einschüren 80 Grad. Auch die Grillkotta wurde ausprobiert, stockdunkel, unsere kulinarischen Leckerbissen einschließlich wir selbst wurden kräftig durchgeräuchert. Es war ein schöner naturintensiver Abend.
So., 23.08.26 Tag 21: Von Kiruna nach Jokkmokk
Wir erkunden Kiruna, eine Stadt, die vom Eisenerzabbau geprägt ist.
Im Jahr 2010 wurde entschieden, dass Kirunas gesamte Innenstadt rund vier Kilometer nach Osten verschoben wird - das Rathaus, die alte Feuerwache und die wunderschöne Kirche.
Einige Details zum Umzug der berühmten Kirche:
Die berühmte Kirche wurde im August 2025 erfolgreich an ihren neuen Standort versetzt. Das 670 Tonnen schwere und über 100 Jahre alte Holzdach-Gotteshaus wurde im Ganzen auf einem Spezialtransporter fünf Kilometer weit transportiert, da der Untergrund durch den Untertage-Eisenerzbergbau instabil geworden ist.
- Anlass: Die Ausweitung der weltgrößten Eisenerzmine gefährdet Teile der alten Innenstadt von Kiruna durch Risse und Bodensenkungen.
- Maße und Gewicht: Die Holzkirche ist rund 40 Meter breit, 35 Meter hoch und wiegt etwa 670 Tonnen
- Transport: Der Umzug im August 2025 dauerte zwei Tage bei Schrittgeschwindigkeit auf einem Spezialanhänger.
Die umgerechnet 44,5 Millionen Euro Kosten für die Umsetzung der Kirche trug der Betreiber des Erzbergwerks, das staatliche Unternehmen LKAB (Unternehmen, das für den Erzabbau verantwortlich ist). Es geht hier aber nicht nur im den Abbau von Eisenerz, sondern vielmehr um den Abbau seltener Erden. Der Umzug stieß auch auf Kritik, da der neue Platz der Kirche im neuen Stadtzentrum auf einem wichtigen Rastplatz der Samen für den Umzug ihrer Rentiere zu den Winter- und Sommerweiden liegt. Die Kirche bleibt infolge der Arbeiten noch bis Ende 2026 geschlossen. Das ist sehr schade, wir konnten diese wunderschöne Kirche nicht besichtigen, auch keine Fotos machen, deshalb ein Foto aus dem Netz.
Quelle: DW.com und Wkipedia
Warum ist diese Kirche so berühmt?
Die Kirche von Kiruna (Kiruna kyrka) wurde zwischen 1903 und 1912 gebaut. Sie ist ein Meisterwerk der schwedischen Holzarchitektur.
Der Architekt Gustaf Wickman erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts vom damaligen Direktor der Bergbaugesellschaft LKAB, Hjalmar Lundbohm, den Auftrag, ein Gotteshaus für die wachsende Arbeiterschaft zu errichten. Wickman ließ sich tief von der Landschaft Lapplands und der Kultur der indigenen Samen inspirieren.
Die Grundform der Kirche ist fast quadratisch und imitiert die aerodynamische Form einer Zeltkate (Kote), der traditionellen Behausung der Samen. Das tiefrote Holz, gedeckt mit handgefertigten Holzschindeln, bildet einen scharfen Kontrast zum weißen arktischen Winter und fügt sich perfekt in die umliegenden Birkenwälder ein.
Die Statuen auf dem Dach: Auf den Dachgiebeln stehen zwölf bronzene, von Christian Eriksson geschaffene Figuren. Sie symbolisieren unterschiedliche menschliche Gemütszustände wie Andacht, Liebe, Trauer oder Demut – ein bewusster Verzicht auf rein biblische Motive, um alle Menschen der Region anzusprechen.
Der freistehende Glockenturm: Wie in Skandinavien oft üblich, steht der hölzerne Glockenturm (Klockstapel) separat. Er wurde bereits vor der Kirche fertiggestellt und beherbergt Glocken, die ein Geschenk der Bergbaugesellschaft waren.
Wer das Innere betritt, stellt fest, dass die Kirche erstaunlich hell und weitläufig wirkt. Das liegt an der meisterhaften Dachkonstruktion, die an die hölzernen Stabkirchen Norwegens erinnert.
Das absolute Highlight ist das Altarbild von Prinz Eugen (einem Mitglied des schwedischen Königshauses). Statt einer klassischen Kreuzigungsszene zeigt das riesige Gemälde eine sonnendurchflutete, sanfte Landschaft mit einer zentralen Birke. Es sollte den Bergleuten, die den ganzen Tag in der Dunkelheit der Mine schufteten, Hoffnung, Licht und Trost spenden.
Quelle: smalandhaus.de
Wir fuhren zum Skihang Luossabacken. Von dort hat man eine gute Aussicht auf ein Teil der Stadt und der riesigen Grube des Erzabbaus.
Kiruna übersetzt heißt Schneehuhn - Symbolik der Stadt
Wir machen uns auf den Weg nach Jokkmokk - 210 km entfernt- die Hauptstadt der Samen. Bis dahin wieder endlose gerade Strassen umgeben von einer endlosen Anzahl von Bäumen. Sonne 🌞 ☺️🥰 , Temperatur 16 Grad.
Wir haben es für heute nicht geschafft nach Jokkmokk zu kommen, stattdessen sitzen wir hier mit Anti-Mücke am See in Gällivare, bestaunen den Sonnenuntergang und essen gegrillte Würstchen und Fisch.
Was wirklich genial ist in Schweden, an jedem Grillplatz gibt es Holz in einer Kiste. Wir sagen herzlichen Dank an die schwedische Gemeinde.
Mo., 24.08.26 Tag 22: von Gällivare nach Arvidsjaur
Heute war wieder ein Fahrtag von 100 km nördlich des Polarkreises bis 110 km südlich davon. Wir sind immer noch in Lappland. Von hier bis zum Nordkap sind es ca. 1200 km. Angekommen sind wir heute um 17:00 Uhr. Wo sind wir gelandet? Auf einem Bauernhof mit Hühnerfarm 😆🐓🐔🐣. Wir mussten heute nach unserer Räucheraktion unbedingt Wäsche waschen. Hier in Schweden anders als in Norwegen oder Finnland gibt es keine öffentlichen Waschsalons, da meistens an Campingplätzen Waschmaschinen bereitstehen. Also brauchten wir einen Campingplatz. Dieser hier ist ein ehemals schwedischer Hof mit alten Stallungen und ein bisschen Hühnerfarm. Übernommen hat dies ein Deutscher aus dem Allgäu, der sich hier seit vier Jahren verwirklicht, Wasser und Strom anbietet. Die Camper stehen auf einer grünen Wiese auf seinem Grundstück bestehend aus Wiese, Wald und See und... Moskitos 😖.
WAHNSINNIG VIELE MOSKITOS!!!
Wichtige Infos über Stechmücken!!
Eine Moskitodame legt in ihrem Leben 300-1.000 Eier. Sie lebt bis zu 60 Tage, legt ihre Eier nicht alle auf einmal ab. Immer schubweise ca. drei bis fünf Mal in ihrem Leben. Sie muss Blut saugen, damit die Eier heranreifen können.
Klingt wie im Horrorfilm!!
Dennoch haben wir kein Mitleid mit der Moskito-Dame. Anti-Mücke ist hier der ständige Begleiter.
Das ist echt goldig. Die "kleine" Nala neben ihren großen Schwestern.
Ich wurde von einem Hahn verfolgt.
Di., 25.08.26 Tag 23: von Arvidsjaur nach Strömsund
445 km zeigt das Navi an mit einer Fahrtzeit von fünf Stunden. Erlaubte Geschwindigkeit auf der E45 ist max. 100 km/h. Oft auch nur 70 km/h. Die Straßen führen über hunderte von Kilometern nur geradeaus. Oft kann man als Campervanfahrer*in nur langsamer fahren, oft erzwingen Straßenerhebungen, die sich ganz unerwartet auftun, ein Abbremsen.
Temperatur heute um 9:00 Uhr in der Sonne 26 Grad. Wir sitzen mit unserem Kaffee windgeschützt mit unseren Camperstühlchen vor Nala und genießen die warmen Sonnenstrahlen.
oh... überraschend Besuch. 🐓🐔🐣😳😆. Gott sei Dank haben wir guten Kontakt zum Besitzer dieser Campingfarm - die Tore des Hühnerstalls wurden erst jetzt geöffnet. 🤣
Um 12:00 Uhr machen wir uns weiter auf den Weg - Richtung Östersund. Wir versuchen noch gutes Wetter zu erhaschen, ab Samstag wird es ungemütlich in Schweden.
Wissenswertes über das Zusammenleben von Hennen und Hahn 😆😉:
Zwischen Hahn und Henne läuft die Fortpflanzung über die sogenannte Balz und den Tretakt, bei dem die Spermien über einen Kloakenkontakt übertragen werden.
Die Balz
- Der Hahn wirbt um die Henne, indem er sie umkreist, mit den Flügeln zuckt oder ihr Futter anlockt.
- Ist die Henne bereit, nimmt sie die Hockstellung ein: Sie duckt sich tief, spreizt die Flügel leicht ab und signalisiert dem Hahn ihre Paarungsbereitschaft.
Der Tretakt (Paarung)
- Der Hahn steigt auf den Rücken der Henne.
- Er hält sich mit dem Schnabel am Nackengefieder der Henne fest (Nackenbiss) und steht mit den Füßen auf ihren Flügeln, um das Gleichgewicht zu halten.
- Hähne haben keinen Penis. Stattdessen pressen beide ihre Kloakenöffnungen aufeinander.
- Bei diesem „Kloakenkuss“ gibt der Hahn seine Samenflüssigkeit direkt in die Kloake der Henne ab.
Die Befruchtung des Eies
- Die Spermien wandern in den Eileiter der Henne und können dort bis zu zwei Wochen (14 Tage) überleben.
- Das Ei wird im Eileiter befruchtet, noch bevor die harte Eischale entsteht.
- Eine einzige Paarung reicht aus, damit die Henne mehrere Tage lang befruchtete Eier legt.
Die Rangordnung bei Hühnern – auch bekannt als Hackordnung – regelt das soziale Zusammenleben der Tiere friedlich und ohne ständige Kämpfe.
Struktur der Rangordnung
- Der Hahn als Chef: In einer gemischten Gruppe steht der Hahn immer an der obersten Spitze der Hierarchie.
- Lineare Kette bei Hennen: Unter den Hennen gibt es eine klare Rangfolge von oben nach unten (Henne A hackt Henne B, Henne B hackt Henne C usw.).
- Ressourcenvorrang: Höherrangige Tiere dürfen zuerst fressen, sich die besten Plätze auf der Sitzstange aussuchen und staubbaden.
- Schutzfunktion: Der Hahn schlichtet Streitigkeiten unter den Hennen, warnt vor Fressfeinden und überlässt den Hennen Futter.
Wie die Rangordnung festgelegt wird
- Kämpfe bei Erstkontakt: Treffen neue Hühner aufeinander, wird die Rangordnung durch Drohgebärden, Flattern und gezielte Picke (Hacken) ausgemacht.
- Stabilität durch Akzeptanz: Sobald klar ist, wer stärker ist, ordnet sich das schwächere Tier unter, indem es ausweicht oder den Kopf senkt.
- Körperliche Merkmale: Hennen mit großen, roten Kämmen und einem selbstbewussten Auftreten steigen in der Rangordnung meistens höher ein.
Quelle:KI
Pause - nach 150 km in Storuman. Hier auf einer Inselzunge gibt es einen herrlichen Ort zum Verweilen.
Der Kaffee- und Fegechef ist schon voll zu Gange und ich überlege mir bei 20 Grad in der Sonne ins 15 Grad frische Wasser zu gehen. Sonne pur 😆🌞
Unsere Ankunft in Strömsund. Östersund war doch ein wenig überschätzt. Wir haben einen Stellplatz in der Nähe eines Golfplatzes gefunden.
Mi., 26.08.26 Tag 24: von Strömsund nach Östersund
Es geht weiter nach Östersund- 110 km laut Navi eine Stunde und 40 Minuten. Temperatur um 9:00 Uhr 25 Grad in der Sonne, 14 Grad im Schatten. Wir haben uns einen schönen Badestrand ausgesucht und sollten frühzeitig dort sein, um noch einen Platz zu ergattern.
Wir sind in Östersund angekommen - genauer gesagt auf der Insel Frösön direkt am Wasser. Einer der schönsten Plätze bis jetzt. Toiletten, Spielplatz, See, Grillplatz direkt hier vor Ort. Die Innenstand von Östersund ist ca. 10 km entfernt. Was wir über Östersund gelesen und in der Durchfahrt gesehen haben, lädt diese Stadt mit ca. 57.000 Einwohner zum längeren Verweilen ein.
Gleich die Lage gescheckt und ausgerückt, um Holz zu sammeln. Der Plan sind knackige Würstchen vom Grill. Et voilà...
Die besten Currywürste in Schweden. Gibt es die hier überhaupt? Frage an die Schwedenexpert*innen unter uns. 😉😆
Was mir hier auffällt ist, dass hier niemand am Badestrand raucht oder Alkohol trinkt.
Im Netz steht folgendes dazu: In Schweden darf man an vielen öffentlichen Orten im Freien nicht mehr rauchen. Das strenge schwedische Tabakgesetz verbietet das Rauchen (sowie den Konsum von E-Zigaretten) an zahlreichen öffentlich zugänglichen Plätzen unter freiem Himmel.
Verbotene Orte im Freien
- Außenbereiche der Gastronomie: Auf Terrassen, in Biergärten und direkt vor den Eingängen von Cafés und Restaurants herrscht Rauchverbot.
- Öffentliche Verkehrsmittel: An Bushaltestellen, Bahnsteigen und Fähranlegern darf nicht geraucht werden.
- Freizeit- und Spielplätze: Auf öffentlichen Kinderspielplätzen sowie Sport- und Badeplätzen ist das Rauchen untersagt.
- Gebäudeeingänge: Vor den Eingängen zu öffentlichen Gebäuden (wie Krankenhäusern oder Behörden) ist der Abstand ebenfalls einzuhalten.
- Auf ganz normalen Gehwegen, Straßen oder in Parks (sofern sie keine Spielplätze sind) ist das Rauchen im Freien grundsätzlich noch gestattet.
- Schweden gilt als stark rauchbefreit und der Konsum von Zigaretten ist in der Öffentlichkeit gesellschaftlich sehr unüblich. Alternativ greifen viele Menschen dort zu Snus (Oraltabak).
Do., 27.07.26 Tag 25: von Östersund nach Nusnäs (Siljansee)
Um 12:00 Uhr erst losgekommen, haben wir uns von der Stadt Östersund einen Eindruck verschafft. Die Stadt hat nicht umsonst den Titel der schönsten Innenstadt Schwedens erhalten. Viele Cafés, schöne alte Holzhäuser und ein schönes Ambiente. Wer hier in der Gegend ist, ein Besuch dieser Stadt lohnt sich auf jeden Fall. Die Stadt Östersund ist seit 2010 aufgrund der regionalen Lebensmittelhandwerker und der lokalen Gastronomiekultur eine UNESCO "creative City of gastronomy".
Wir sind heute erst um 15:00 Uhr von Östersund losgefahren. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich, bis ca. 500 Höhenmeter erreicht. Mein Eindruck ist, dass die Bundesstrasse E45 viel interessanter als die E4 an der Ostküste ist. Allerdings mit häufigen Geschwindigkeitsbegrenzungen, so verlängert sich natürlich die Fahrtzeit.
Mit einer Fahrzeit von ca. sechs Stunden sind wir am 320 km entfernten Siljan-See um 21:00 angekommen. Temperatur 17 Grad. Tagsüber ist das Thermometer bis 23 Grad raufgekrabbelt.
Um den heutigen Stellplatz am Hafen von Nusnäs zu erreichen, sind wir durch zwei sehr putzige Dörfer Färnäs und Nusnäs gefahren. Diese Dörfer könnten die Vorlage von Astrid Lindgrens "die Kinder von Bullerbü" gewesen sein - sehr gepflegte in kupferfarbenen Rot gestrichene Häuser und Gehöfe ohne Zaun, weitläufig und wie es sich in Schweden gehört, mit einem gemähten Rasen. Sehr sehr putzig.
Ankunft in Nusnäs am Hafen
Im Café in Östersund
Die gamla kyrkan (alte Kirche) in Östersund
Fr., 28.08.26 Tag 26: von Mora bis Östanjö (Örebro)
Auch heute gab es wieder viel zu sehen. Wir sind mitten in der Dalarnas län - ein Gebiet voller schwedischer Tradition und Holzkunsthandwerk. Im Ort Nusnäs ist eine Holzpferdemanufaktur - die Dalahäst.
Wir schlenderten heute Morgen durch die Fußgängerzone in Mora, eine Stadt, in der 1860 der bekannteste Maler Schwedens das Licht der Welt erblickte - Anders Zorn. Es war also ein Muss, das Zornmuseet zu besuchen. Zur Sammlung des Zornmuseet gehört vor allem ein großer Bestand von Zorns eigenen Werken, aber auch Teile seiner Kunstsammlung mit Arbeiten anderer Künstler, antiken Skulpturen, historische Silberarbeiten und regionales Kunsthandwerk. Darüber hinaus zeigt das Museum temporäre Sonderausstellungen.
Was Zorn so besonders machte, er konnte Wasser unglaublich gut darstellen.
Claus ermahnt mich, nicht nur Bildung ist wichtig, das Museumscafe ist auch wichtig zu erwähnen. Das stimmt. Der Chai-Latte war hervorragend. So auch der Blåbär-Cheese-Kuchen.
In der Nähe des Siljan-Sees ist auch der Ort Leksand zu finden. Bekannt durch die Knäckebrotfabrikation mit Outlet-Store. So viel Knäckebrot auf einem Haufen. Und es schmeckt einfach super. Und... der super Effekt bei so viel Ballaststoffen - der Darm freut sich. Was wir heute kennengelernt haben, ist die Knäckebrotpizza. Total cool. Die werden wir auf jeden Fall ausprobieren.
Weiter gings heute mit Nala, dem Knäckebrotmobil, weiter Richtung Süden. Und? Wir haben Lappland schon kilometerweit hinter uns gelassen und sind jetzt in Südschweden angekommen - in der kleinen Ortschaft Östansjö. Diese befindet sich 36 km südwestlich von Örebro. Insgesamt haben wir heute 288 km auf der Strasse gelassen bei knapp vier Stunden Fahrtzeit. Es wird wärmer hier. Die Temperatur lag heute bei 22 Grad.
Hier in Östansjö sind wir an einem Grillplatz mit Strand gelandet. Auch ein nettes Plätzchen, doch leider fährt die Bahn direkt vorbei. Ich hoffe, dass wir trotzdem eine ruhige Nacht haben werden. Leider fehlt hier an der Grillstelle das Holz. Liebe schwedische Gemeinde, was ist denn hier los? Ich glaube, wir sind echt im Norden verwöhnt worden. 😆😉 Wassertemperatur liegt jetzt schon bei warmen 19 Grad. Allerdings macht das Wetter zum Baden ein wenig schlapp.
Dalahäst
Die Gartenanlage Richtung Zornmuseet
Kunstwerk von Zorn - Darstellung von Wasser 🥰
Die Knäckerei
Knäckebrotpizza
Hier stehen wir heute Abend.
Sa., 29.08.26 Tag 27: von Örebro nach Vimmerby
Auf den Spuren von Astrid Lindgren werden wir heute Vimmerby ansteuern. Vimmerby in Småland ist der Ort, an dem Astrid Lindgren 1907 geboren wurde und ihre ersten Jahre verbrachte. Hier wuchs sie auf dem Hof Näs auf, ging zur Schule und sammelte die Eindrücke, aus denen später ihre Geschichten entstanden. Heute lockt vor allem „Astrid Lindgrens Värld“ (Astrid Lindgrens Welt), ein großes Freilichttheater mit Bühnen, Figuren und Szenen aus ihren Büchern – von Pippi über Emil (Michel) bis zu den Kindern aus Bullerbü.
Das berühmte Bullerbü gibt es wirklich – es heißt nur anders. Das Vorbild ist das winzige Dorf Sevedstorp, etwa 15–17 Kilometer westlich von Vimmerby, unweit der Straße nach Mariannelund. Drei rote Holzhäuser in einer Reihe: Nordhof, Mittelhof, Südhof – genau wie in den Büchern.
Im Mittelhof wuchs Astrids Vater Samuel August Ericsson auf; seine Erinnerungen an die Kindheit dort flossen in die Bullerbü-Geschichten ein.
In Sevedstorp wurden in den 1980ern auch die Bullerbü-Filme von Lasse Hallström gedreht
Heute sind die Häuser bewohnt und von innen nicht zu besichtigen, aber man kann das Dorf von außen erleben – mit Scheunen, Bach, Wiesen und ganz viel Idylle. Ein Wegweiser an der kleinen Straße bestätigt stolz: „Sevedstorp ist Bullerbyn".
Auch haben wir den Filmort von Michel aus Lönneberga besucht. Die Michel-Fans werden das Gehöft sicher klar erkennen.
Bullerbü
Der Hof von Michel aus Lönneberga
Die Bronzefigur von Astrid Lindgren auf dem Rathausplatz in Vimmerby
So., 30.08.26 Tag 28: von Vimmerby nach Västervik (Ostküste)
Uns verschlägt es wieder an die Ostküste. Das Wetter ist gerade an der Ostküste und im südlichsten Schweden am wärmsten. Temperatur 22 Grad. Wir sind heute von Vimmerby nach Västervik gefahren. Es waren 57 km mit einer Fahrtzeit von einer Stunde.
In Västervik sind schöne alte Holzhäuser ehemalige Bootsmannshäuser/Schifferhäuser zu finden. Leider ist eine Fahrt durch die Schären zur jetzigen Jahreszeit nur noch am Samstag möglich. Sehr schade. Wir sind einfach zu spät dran. Mitte September werden auch diese Fahrten eingestellt. Saison Ende.
Wir haben ja jetzt schon Finnland, Norwegen und Nordschweden auf deren Saunakultur geprüft. Wir reihen Småland, also Südschweden, in unseren Erfahrungshorizont mit ein. Das hiesige städtische Saunaverhalten ist sehr variationsreich. Männchen und Weibchen wieder getrennt (ist ja ein städtisches Bad), die Füsse sind grundsätzlich ohne Handtuch auf dem Holz, die Handtücher werden aber tendenziell größer, aber nicht immer. Sauniert wird mit oder ohne Badeanzüge oder Badehose. Jeder sauniert so, wie er lustig ist.
Für uns ist es das Gefühl, endlich mal wieder richtig geputzt zu sein, richtig cool. Claus stand bereits am Abgrund der Verwahrlosung. 😆😉
Jetzt sitzen wir in einem deli Foodtempel bei chicken und Bier und lassen es uns gut gehen. Wir gliedern uns langsam wieder in die Zivilisation ein. 😉😆
Unser Übernachtungsplatz 20 km südlich von Västervik
Mo., 31.08.26 Tag 29: von Västervik nach Kalmar
Heute liegt eine Strecke von 160 km hinter uns in einer Fahrtzeit von 2 Stunden. Von Västervik nach Kalmar mit Stopp in Oscarshamn. Temperatur 22 Grad, Wassertemperatur 18 Grad.
Die Innenstadt von Oscarshamn ist nicht platt und langweilig. Trotz der Lage direkt am Meer ist sie ziemlich hügelig. Es gibt schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster, steilen Treppen und alten Holzhäusern. Hier liegen auch einige nette Cafés.
Oskarshamn ist eine Hafenstadt. Vor der kleinen Insel Badholmen findet man im Hafen eine große freie Fläche, die vielfältig genutzt wird auch als Wohnmobilstellplatz.
Vom Hafen verkehrt auch ganzjährig eine Fähre nach Visby auf der Insel Gotland. Eine zweite Fährverbindung gibt es im Sommer – sie verbindet Oskarshamn mit der Nordspitze von Öland.
Insgesamt gibt es nicht weniger als 5.400 Inseln im Schärengarten vor der Stadt, vor allem Richtung Norden. Auch so kann Småland aussehen – nicht nur Wald und Seen.
Quelle: Schwedentipps
Hier in Oscarshamn ist ein Holzschnitzers zu Hause - der Künstler Axel Peterson, genannt Döderhultarn. Seine Werke sind mit 200 Stück im Döderhultarmuseet zu sehen. Das Museum liegt im zentralen Teil der Stadt, in denselben Räumen wie die Bibliothek und das Schifffahrtsmuseum in Oskarshamn. Als Zweigstelle des Museums gibt es Döderhultarens Atelier an einem anderen Ort nahe dem Stadtkern. Dort kann man das Heim und das Atelier des Holzschnitzers besichtigen, die im Originalzustand erhalten sind. Das Museum wurde 2011 renoviert und die Sammlung etwas erweitert.
Quelle: Wikipedia
Döderhultarns Kunstwerke stellen alltägliche Szenarien wieder.
Weiter gings nach Kalmar. Es war schon relativ dunkel als wir ankamen. Die Altstadt von Kalmar liegt auf einer Insel. Zu Fuß kommt man über eine Füßgängerbrücke und durch die alte Stadtmauer auf die Insel. Für Autos gibt es natürlich Straßen 😉😆.
Ein paar Eindrücke:
Diese Woche ist das Pride Festival in Kalmar mit verschiedenen Vorträgen und Veranstaltungen. Am Wochenende wäre der Pride-Umzug. Leider sind wir dann schon nicht mehr hier. 😩 Die vielen Fahnenmaste tragen stolz die Regenbogenfahnen für dieses Event. Auch der Wasserturm erstrahlt in Regenbogenfarben. Kalmar setzt sich sehr für Gleichheit und soziale Gerechtigkeit ein. Schön, das zu lesen. Wir bräuchten noch viel mehr Städte davon. ☺️
Di., 01.09.26 Tag 30: Öland
Wir haben eine günstige Position, um die schwedischen Inseln Gotland und Öland besuchen zu können. Leider waren wir für Gotland zu spät dran, einen vernünftigen Fährenpreis zu erhaschen. Das war wirklich schade, da ich gern die Original Villa Kunterbunt angeschaut hätte. Aber gut, dann ein ander Mal. So haben wir uns für Öland entschieden. Man erreicht Öland über eine sagenhaft lange Brücke von Kalmar aus.
Wir haben heute den Tag genutzt, um diese schöne Insel kennenzulernen. Öland erinnert uns an eine Nordseeinsel Föhr z. B. flaches Land, Wald, Agrarwirtschaft und der Pustewind.
Ich persönlich finde Öland sehr schön, sehr entzückt bin ich von den kleineren roten Häuschen, die sich als Dörfchen versammeln und sehr idyllisch wirken. Unaufdringlich, schlicht und in ihrer Schlichtheit sehr stylisch und putzig wirken.
Ich bin ein Fan von Windmühlen. Hier gibt es viele davon. Sehr einfach und auch hier siegt die Einfachheit.
Wir sind bis ans Nordkap der Insel gefahren, dem norra udde. Das ist der nördlichste Zipfel der Insel mit dem långe Erik, dem Leuchtturm. Hier könnte man im Sommer Kajaks leihen. Leider bin ich auch hier zu spät dran. Meine Paddel im Gepäck, leider sind sie (noch) nicht zum Einsatz gekommen. 😖
Hier am Nordzipfel haben wir uns für heute niedergelassen. Dieser Fleck ist landschaftlich schön, allerdings liegt hier irgendwas allergietechnisch in der Luft. Das Ostseewasser ist klar, allerdings alles sehr mit Algen verhangen. Die Strände oft nicht gut zugänglich aufgrund der modrig muffelnden Algen. Kostenfreie Standplätze für Camper & Co. wie auf den Lofoten ein rares Gut. Heute erreichte das Thermometer 21 Grad.
Die Brücke von Kalmar nach Öland
Windmühle auf Öland
Långe Erik an der norra udde
Der Möckelmossen - ein Kalksteinsee, dessen Größe sich während des Jahres verändert - Feuchtgebiet
Auf der Suche nach einem Stellplatz
Mi., 02.09.26 Tag 31: Öland
Wir sind auf den Spuren der Wikinger.
Das 150 auf 30 Meter messende (800–1050 n. Chr.) Gräberfeld von Byxelkrok liegt nahe der gleichnamigen Stadt an der Nordspitze von Öland südlich des Naturschutzgebietes „Neptuni åkrar" („Neptuns Felder“). Es handelt sich um das nördlichste Gräberfeld Ölands.
Um 12:00 Uhr haben wir uns zu einer kleinen Wanderung aufgemacht ins Trollskogens Domänreservat. Eine sehr schöne Wanderung durch Wald und an der Küste, bei der es reichlich zu sehen gab.
Wir haben die Nordspitze der Insel auf der Westseite erreicht.
Die verbogenen Kiefern von Öland
Die rastende Trollin auf Öland
900 Jahre alte Eiche - die Trolleiche (Trolleken)
Das Schiffswrack am Strand - vraket swiks
Es gibt hier auch eine kleine Bahn - wir sagen zu ihr wohlwollend "Inlandsbanan". Das ist sie zwar nicht, aber wir finden die Bezeichnung sehr putzig. Unsere Inlandsbanan ist die Böda Skogsjärnväg. Sie verkehrt zwischen Trollskogan und Fagerrör. Leider stellte sie ab 14.08. ihre Fahrt ein und hat sich in den Winterschlaf gemummelt.
Hier in Schweden mummelt sich vieles schon ab Mitte August, spätestens Ende August in den Winterschlaf ein - Bäckereien und Konditoreien, Angebote von Aktivitäten und Restaurants, Angebote für Kajakfahrten und Schiffsausflüge. Hier werden einfach die Bürgersteige hochgeklappt.
Böda Skogsjärnväg ohne Bahn 😆
Nach so viel Lauf war ich platt 😳 Pause an einem wunderbaren Strand an der Ostküste.
Unser heutiger Übernachtungsplatz ist in Löttorp auf einem Parkplatz vor der Lådbilslandet. Lådbilslandet (auf Deutsch oft „Seifenkistenland“ genannt) ist ein beliebter Freizeitpark für Kinder auf der schwedischen Insel Öland, in dem kleine Besucher in echten, motorisierten Minifahrzeugen durch eine nachgebaute Miniaturstadt fahren können. Hier schlafen wir.
Do., 03.09.26 Tag 32: von Öland nach Kristianstad
Langsam neigt sich unser Urlaub dem Ende zu. Ganz langsam. Aber heute wollen wir den Tag noch nutzen, um nochmals den Wikingern auf die Spur zu kommen.
Wir haben heute Vormittag das frühgeschichtliche Gräberfeld bei Gettlinge angeschaut. Gettlinge Gravfält ist eines der größten und sicherlich auch schönsten frühgeschichtlichen Gräberfelder auf der Insel Öland. Es liegt leicht erreichbar neben dem Länsväg 136, zwischen den Dörfern Klinta, Gettlinge und Gårdstorp.
Jetzt beginnt definitiv unsere Rückreise in alte Gefilde.
Unsere Fahrt geht von Öland über Kalmar nach Kristianstad. Eine Strecke von 240 km mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden. Um 17:30 Uhr in Kristianstad angekommen, sind wir kurzentschlossen ins öffentliche Schwimmbad Badrike. Geputzt und sauniert verbringen wir 5 km weiter an einem Stellplatz am See die Nacht. Es regnet, die Luft ist klamm. Temperatur 16 Grad.
Abschied von Öland
Fr., 04.09.26 Tag 33: von Kristianstad nach Ystad
Heute ist unser letzter Schweden-Urlaubstag. Morgen geht es nach Malmö auf die Fähre Richtung Travemünde. Wir bewegen uns also Richtung Malmö. Heute werden wir noch einen Stopp in die 80 km entfernte Ystad einlegen. Es schüttet. Das Beste, was man/frau tun kann, wenn es schüttet, ist, in ein Café gehen. Wir kehren also in ein Café ein, das Söderberg & Sara Stenugnsbageri und lassen die Eindrücke des Urlaubs nochmals aufleben.
Bevor wir uns zum Übernachtungsplatz aufmachen, schieben wir noch ein wenig Kultur ein. Wir machen einen Spaziergang durch einen Wald bzw. Anlage um das Schloss Svaneholm (schwedisch: Svaneholms slott) von 1,8 km.
Unser Übernachtungsplatz für heute Abend. Nach Malmö sind es dann morgen um 8:00 Uhr nur noch 16 km. Wir können also morgen ganz entspannt sein.
Sa., 05.09.26 Tag 34: Malmö Fähre nach Travemünde
Alles so aufregend!
Um 8:10 Uhr standen wir an der Fähre. Neun Stunden Fahrtzeit liegen vor uns. Abfahrt 10:00 Uhr, Ankunft ist um 19:15 Uhr in Travemünde.
Blick auf die Öresund-Brücke
Sa., 05.08.26: Lüneburg
Wir sind heute Abend um 23:00 Uhr wieder an unseren Ausgangspunkt Lüneburg zurückgekehrt.
Kleine wichtige Details zu unserer Reise: wir sind insgesamt 9472 km gefahren und haben dabei 825 l Sprit verbraucht. Durchschnittsverbrauch pro 100 km ist 8,6 l. Wir waren ca. 170 Stunden reine Fahrzeit auf der Strasse.
Es war eine fantastische Reise mit unglaublich vielen neuen Eindrücken, die auch erstmal verarbeitet werden wollen.
Dieser Blog ist aufgrund einer kleinen Bitte von Seiten meiner Mutter entstanden "Bitte schreibt doch mal, wie es euch ergeht" und wir sind selbst erstaunt, dass daraus so etwas Bereicherndes entstanden ist. Meine Eltern sind also der Grund, warum dieser Blog ins Leben gerufen wurde. Vielen Dank für diesen wunderbaren Impuls. Ich hoffe, ihr hattet viel Freude beim Lesen.
Wir danken euch allen, die ihr unsere Tage mitverfolgt habt, für euer Interesse an unserer Reise. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die Zeilen zu schreiben, selbst immer zu reflektieren und Ideen zu sammeln. Mir selbst hat es wahnsinnig gut gefallen, auch aufgekommene Themen ein wenig im Detail zu recherchieren wie die Moskitodame oder warum Bullerbü so entstanden ist, wie es entstanden ist. Vielen herzlichen Dank an alle!
Ab Oktober wird leider es keinen Zugang mehr zum Blog geben. Wir haben es ausprobiert. Der Text und die Bilder können runtergeladen werden, allerdings nur separat. Im Ganzen z.B. im pdf-Format sind die Inhalte nicht zum Downloaden. Schade!!
Viele liebe Grüße
Anna & Claus